Geht uns das Öl aus?
Erdöl ist noch immer der Energieträger Nummer Eins. Erdöl ist allerdings ein endlicher Rohstoff. Irgendwann in der Zukunft wird es daher kein Erdöl mehr geben. Einige meinen, dass dieser Zeitpunkt immer näher rückt, dafür sprächen doch die aktuellen Rekordpreise auf dem Weltmarkt. Oder ist nur die aktuelle Nachfrage nach Öl so stark gestiegen?
Die Meinungen der Experten zu diesem Thema liegen jedenfalls teilweise soweit auseinander wie die Entfernung der Erde zur Sonne. So sagen eine Reihe von Fachleuten voraus, dass das Erdöl schon in knapp zehn Jahren versiegen wird, aber viele behaupten genau das Gegenteil und versprechen sprudelnde Erdöl-Quellen bis Mitte des nächsten Jahrhunderts. Dennoch lassen sich bei näherer Betrachtung die verschiedenen Meinungen in drei Gruppen aufteilen.
Pessimisten, Realisten, Optimisten
Unter den Experten gibt es "Pessimisten" (z.B. (1) und (4)), "Realisten" (z.B. (3)) und "Optimisten" (z.B. (2) und (10)). Dementsprechend sagen die Pessimisten das nahe Ende des Erdölzeitalters voraus, die Optimisten sehen das Ende noch in weiter Ferne und die Realisten liegen irgendwo dazwischen. Alle Meinungen basieren häufig auf der sogenannten Peak Oil-Theorie.
Unter den Experten gibt es "Pessimisten" (z.B. (1) und (4)), "Realisten" (z.B. (3)) und "Optimisten" (z.B. (2) und (10)). Dementsprechend sagen die Pessimisten das nahe Ende des Erdölzeitalters voraus, die Optimisten sehen das Ende noch in weiter Ferne und die Realisten liegen irgendwo dazwischen. Alle Meinungen basieren häufig auf der sogenannten Peak Oil-Theorie.
Was Peak Oil bedeutet
Die Peak Oil-Theorie geht auf M. King Hubbert zurück. Der US-Geologe hat in den 50er Jahren eine modellhafte Kurve entwickelt. Sie soll die verschiedenen Phasen der Ölförderung für ein bestimmtes Ölfeld abbilden. Idealtypischerweise sei der Kurvenverlauf glockenförmig, so Hubbert. Die Kurve steige also zunächst steil an und falle ab einem bestimmten Punkt steil wieder ab. Ab diesem Wendepunkt (Peak Oil) seien 50 Prozent des im Feld vorhandenen Öls gefördert, d.h. Angebot und Nachfrage gingen auseinander, der Ölpreis steige. Hubberts Theorie überzeugte in der Realität. Denn anhand dieses Kurvenmodells hatte er ziemlich exakt den Höhepunkt der US-Ölproduktion voraus gesagt. Nach seinen Berechnungen sollte dies zwischen 1965 und 1970 der Fall sein. Tatsächlich war es 1971. Deswegen ist die Peak Oil-Theorie vor allem bei Geologen immer noch sehr beliebt.
Die Peak Oil-Theorie geht auf M. King Hubbert zurück. Der US-Geologe hat in den 50er Jahren eine modellhafte Kurve entwickelt. Sie soll die verschiedenen Phasen der Ölförderung für ein bestimmtes Ölfeld abbilden. Idealtypischerweise sei der Kurvenverlauf glockenförmig, so Hubbert. Die Kurve steige also zunächst steil an und falle ab einem bestimmten Punkt steil wieder ab. Ab diesem Wendepunkt (Peak Oil) seien 50 Prozent des im Feld vorhandenen Öls gefördert, d.h. Angebot und Nachfrage gingen auseinander, der Ölpreis steige. Hubberts Theorie überzeugte in der Realität. Denn anhand dieses Kurvenmodells hatte er ziemlich exakt den Höhepunkt der US-Ölproduktion voraus gesagt. Nach seinen Berechnungen sollte dies zwischen 1965 und 1970 der Fall sein. Tatsächlich war es 1971. Deswegen ist die Peak Oil-Theorie vor allem bei Geologen immer noch sehr beliebt.
Ein Artikel in der "Neue Zürcher Zeitung" (Ausgabe vom 23. Februar 2006, S. 27) nimmt die Peak Oil-Theorie genauer unter die Lupe:
Kritik
Kritik an der Peak Oil-TheorieDoch Hubberts Voraussage für den Höhepunkt der weltweiten Ölproduktion für das Jahr 2000 wird von vielen Experten stark bezweifelt. Vor allem Ökonomen halten nichts davon, die Voraussagen für die Ölproduktion in den USA einfach auf die weltweite Entwicklung zu übertragen. Dagegen sprechen z.B. immer noch fehlende exakte Bemessungsgrundlagen für Ölreserven oder die ständigen Verbesserungen im Bereich der Fördertechnik, die Ölförderung an bislang unzugänglichen Stellen ermöglicht. Tatsächlich weichen die Ölförderkurven vieler anderer Felder außerhalb der USA zum Teil erheblich vom idealtypischen glockenförmigen Verlauf ab. Aus ökonomischer Sicht ist die Peak Oil-Theorie daher auch ungeeignet, um Prognosen über die weltweiten Ölvorkommen abzugeben.
Ökonomensicht
"Öl geht niemals aus"Ökonomen gehen teilweise soweit und sagen, dass Öl niemals ausginge. Eine gewagte These? Nein, denn Ökonomen denken und handeln rational. Und es ist rational, die Förderung von Öl zu beenden, wenn der Preis dafür höher ist, als die Nutzung eines Ersatzstoffes, so Peter Davies, der ehemalige Chefökonom von BP. Er war auch Herausgeber des "Statistical Review of World Energy", der seit über 50 Jahren die weltweiten Entwicklungen im Energiebereich beschreibt. BP sagt, dass die nachgewiesenen, zu wirtschaftlichen Bedingungen erschließbaren weltweiten Öl- und auch Gasvorkommen bei gegenwärtigem Verbrauch mindestens 40 bzw. 60 Jahre reichen werden. Verglichen mit den wichtigsten Szenarien der Ölexperten ist diese Aussage sehr realistisch. Nimmt man das Potenzial an vermuteten Reserven, die stetigen Fortschritte in der Fördertechnologie und die großen Teersand- und Schweröl-Ressourcen hinzu, ergeben sich wesentlich längere Reichweiten, so dass es genügend Öl und Gas für den Rest des Jahrhunderts gibt. Zu dieser Aussage passt auch, dass BP in 2006 zum 14. Mal in Folge eine Erneuerungsrate von genau oder über 100 % erreicht hat, d.h., in jedem Jahr hat das Unternehmen mehr Ressourcen gefunden als eigene Reserven verbraucht bzw. verkauft.
Zur Endlichkeit der Erdöl-Reserven gab der neue Chefökonom der BP Gruppe Christof Rühl zum einen der Berliner Zeitung (BZ) am 28. Januar 2008 und zum anderen der Frankfurter Allgmeinen Zeitung (FAZ) am 14. Dezember 2007 jeweils ein Interview:
Besonnenheit
Mehr Besonnenheit in der ÖlfrageNatürlich leugnen auch Ökonomen nicht, dass die Ölproduktion eines Tages einen Höhepunkt erreicht haben wird. Doch liegt dies aus ihrer Sicht eher an der zurückgehenden Nachfrage nach Öl. "Die Steinzeit ging auch nicht zu Ende, weil es keine Steine mehr gab", sagte einmal der ehemalige Ölminister Saudi-Arabiens Sheik Ahmed Zaki Yamani. Deswegen fordern Ökonomen zu Recht mehr Besonnenheit in der Frage, "wann uns das Öl ausgeht". Eine zu pessimistische Sichtweise könnte weltweit schwere wirtschaftliche Folgen haben, so Peter Davies von BP. Auch andere Fachleute wie Leonardo Maugeri vom italienischen Energieunternehmen ENI weisen darauf hin, dass das Kohlezeitalter in Großbritannien begann, weil die Preise für Holz anstiegen; 20 Jahre später übernahm Öl die Rolle der Kohle als Energieträger Nummer Eins, obwohl Kohle nach wie vor in ausreichender Menge vorhanden war.
Fazit
Das Ende ist noch weit entferntDas Erdölzeitalter wird eines Tages zu Ende sein. Wann dies sein wird, kann derzeit niemand zuverlässig sagen. Jedenfalls sind wir davon noch weit entfernt. Was nach dem Öl kommt, lässt sich noch nicht mit Sicherheit prognostizieren. Es spricht aber viel dafür, dass auf lange Sicht die Erneuerbaren Energien, insbesondere die Solarenergie eine große Rolle spielen werden . Gewiss ist nur, dass es auch ohne Öl weiter gehen wird. Das belegt die bisherige Geschichte. Der Erfindergeist des Menschen darf nicht unterschätzt werden. Welche Technik in zehn oder mehr Jahren die beherrschende sein wird, vermag zum heutigen Zeitpunkt niemand zu sagen. Aber möglicherweise gelingt den Forschern bereits morgen der technische Durchbruch, von dem gestern niemand zu träumen wagte.
Link-Liste
Weitere Hintergrund-Informationen zum Thema:Einen grundlegenden Einstieg zum Thema liefert eine WDR-Sendung aus der Reihe "Quarks & Co"
Auf den Seiten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) erfahren Sie mehr zu den oben vorgestellen Ölproduktions-Szenarien:
Eine der aktuellsten Einschätzungen zur möglichen Entwicklung der zukünftigen Ölproduktion hat das World Energy Council (WEC) abgeliefert:
Auch die International Energy Agency (IEA) hat eine realtiv aktuelle Einschätzung auf ihren Seiten stehen:
Eine etwas pessimistischere Sichtweise vertritt das Wuppertal-Institut. Die Experten empfehlen einen Wechsel hin zu Erneuerbaren Energieträgern:
Die Peak Oil-Theorie beschäftigt unzählige Wissenschaftler und Experten. Zahlreiche Publikationen berufen sich auf Peak Oil. Eine der bekanntesten Peak Oil-Organisationen ist The Association for the Study of Peak Oil and Gas (ASPO):
http://www.peakoil.net/
Sehr gute Grundlagenfoschung im Bereich der zukünftigen Entwicklung der Ölproduktion betreibt das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI):
http://www.ewi.uni-koeln.de/content/index_ger.html
Wichtige Quelle hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Ölproduktion ist auch die Seite der Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC):
http://www.opec.org
Wer die Unternehmen mit den größten Rohöl- und Gasreserven sind, zeigt diese Grafik:

Zum Vergrößern anklicken
Sehr gute Grundlagenfoschung im Bereich der zukünftigen Entwicklung der Ölproduktion betreibt das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI):
Wichtige Quelle hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Ölproduktion ist auch die Seite der Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC):
Wer die Unternehmen mit den größten Rohöl- und Gasreserven sind, zeigt diese Grafik:

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"Was bringt uns ein Energieökonom?" Dieser Frage ist Peter Davies, ehemaliger Chefökonom der BP Gruppe nachgegangen.
Was bringt uns ein Energieökonom?
Um die Sichtweise der Ökonomen besser verstehen zu können, empfiehlt sich ein Blick auf eine weitere Rede von Peter Davies:
Steht das weltweite Ende der Ölvorkommen unmittelbar bevor?
Eine weitere ökonomische Sichtweise beschreibt Leonardo Maugeri Group Senior Vice President, Corporate Strategies, Eni Spa in zwei Artikeln zum einen in einem Artikel im Wissenschaftsmagazin Science:
Öl: Falscher Alarm Warum das Zeitalter des Öls noch längst nicht vorüber ist
Und zum anderen in der Zeitschrift Foreign Affairs:
Ein zweifaches Hoch auf teures Öl
Weitere Experten zum Thema "Zukünftige Entwicklung der Ölproduktion" sind Karl Hiller, Colin J. Campbell, John D. Edwards und Peter Odell.
Um die Sichtweise der Ökonomen besser verstehen zu können, empfiehlt sich ein Blick auf eine weitere Rede von Peter Davies:
Eine weitere ökonomische Sichtweise beschreibt Leonardo Maugeri Group Senior Vice President, Corporate Strategies, Eni Spa in zwei Artikeln zum einen in einem Artikel im Wissenschaftsmagazin Science:
Und zum anderen in der Zeitschrift Foreign Affairs:
Ein zweifaches Hoch auf teures Öl
Weitere Experten zum Thema "Zukünftige Entwicklung der Ölproduktion" sind Karl Hiller, Colin J. Campbell, John D. Edwards und Peter Odell.

