Lesley Anne Kroll
Erfahrungsbericht:
„Guten Tag Frau Kroll. Die erste Hürde ist geschafft. Wir möchten Sie gerne zu unserem Accessmentcenter einladen.“ An diese Worte kann ich mich noch ganz genau erinnern. Gleich nach dem ersten Freudenschrei schwirrten mir eine Menge Dinge durch den Kopf. „Wie kann ich mich auf den Termin vorbereiten? Was muss ich alles wissen? Welches Outfit ist angebracht? Im Januar 2008 war es dann soweit. Pünktlich um 9.00 Uhr wurden wir freundlich begrüßt und es konnte losgehen. Eine Begrüßung in lockerer Atmosphäre nahm mir die erste Anspannung. Nun standen verschiedene Gruppenaufgaben, Präsentationen und Tests an. Gefühlschaos war angesagt: Panik, kribbeln im Bauch und Nervosität. Natürlich war ich aufgeregt. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Egal dachte ich mir! Du schaffst das! Nimm dir die Kritik aus den anderen Vorstellungsgesprächen zu Herzen und setze sie positiv um. Und genau das tat ich auch!
Am Ende des Tages war ich sehr skeptisch und nicht 100%ig mit meiner Leistung zufrieden. Habe ich überzeugt? Hätte ich besser andere Dinge geantwortet? Begründet war mein Pessimismus dadurch, dass ich in der vorherigen Bewerbungsphase nur Absagen erhalten habe. Zusätzlich war da noch die Panik- „oh nein, bitte nicht noch ein Jahr Pause!“- ja ich war eine von den Kandidaten, die nicht direkt im Anschluss nach dem Abitur eine Ausbildung begonnen hat. In dem einen Jahr Pause bin ich diversen Nebenjobs nachgegangen, um Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden wo meine beruflichen Stärken und Schwächen liegen. Außerdem musste ich mich natürlich finanziell über Wasser halten.
„Hallo Frau Kroll, die Deutsche BP AG hier.“ Da war er nun, der Moment auf den ich so lange gewartet habe. Nun sollte die Frage beantwortet werden, die ich mir so oft gestellt habe. Konnte ich im Assessmentcenter überzeugen, oder hat es nicht gereicht? Ihr wisst ja wie es ausgegangen ist – „Wir haben uns für Sie entschieden.“ Die Worte sind gefallen und ich konnte es kaum glauben. Wow – ich hatte es geschafft. Ehe ich mich versah, saß ich in schon in einem unserer Bochumer Konferenzräume und lernte meine neuen Arbeitskollegen kennen. Am 13.07.2008 hat meine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau begonnen. Zu Beginn der Ausbildung fand eine 3-wöchige Begrüßungs- und Kennenlernphase statt. Drei intensive Wochen voller Termine, Kennenlernrunden, Informationen rund um die Abteilungen von BP, Frischfleischgrillen (Eine Kennlernparty an der alle Azubis beteiligt sind) und eine Woche Walbeck.
BP hat nichts ausgelassen. Beim Frischfleischgrillen bekamen wir, als neue Auszubildende in netter Runde die Gelegenheit andere Jahrgänge kennen zu lernen. Der Höhepunkt der Einführungswochen stand jedoch noch bevor: Teamtraining in Walbeck. Eine Woche intensives Kennenlernen. Trainer haben uns auf das Berufsleben vorbereitet. Am letzten Tag erhielt man die Information über die erste Abteilung. Ich war sehr aufgeregt und gespannt, wo es für mich hingeht. Mein erster Einsatz: Drei Wochen Tankstelle. Ich war überrascht und wusste nicht was mich erwartet. Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Zeit an der Tankstelle sehr lehrreich und interessant war. Mein nächster Abteilungseinsatz führte mich in das Innere der opulenten BP Zentrale an der Wittener Straße. Fünf Monate Tankstelleninnendienst standen auf dem Programm. Der Einsatz erwies sich als abwechslungsreich und äußerst interessant. Bei jedem Abteilungseinsatz bekommt man als Azubi einen Betreuer, eine Art Mentor zugewiesen. Dieser dient als Ansprechpartner und hilft weiter, wenn man mal nicht weiter kommt.
Meine Ausbildungsbeauftragte führte mich mit viel Engagement und Einsatz in die BP Welt ein. Nach 5 Monaten im Tankstelleninnendienst landete ich im Marketing. Schnell stellte sich heraus: Das komplette Gegenteil zum Tankstelleninnendienst. Wo im Innendienst das Tagesgeschäft herrschte, waren Meetings im Marketing Gang und Gebe. Dort habe ich viel über Projektarbeit gelernt. Schnell merkte ich, wie wichtig Selbstständigkeit, Teamwork und Selbstverantwortung sind. Mein Marketingseinsatz wurde durch einen Monat im Ausland unterbrochen. Im Juli arbeitete ich einen Monat lang für Castrol in Wien. Eine tolle Erfahrung- leider gingen die 4 Wochen viel zu schnell vorüber. Nach sechs Monaten Marketing ging es dann weiter in die Ausbildungsabteilung. Mein neuer Ausbildungsbeauftragter war nun unter anderem für die Einsatzplanung der Auszubildenden verantwortlich. Bis Dezember 2009 werde ich ihn bei dieser komplexen Aufgabe unterstützen und mit eigenen Projekten daran arbeiten die Qualität Ausbildung weiter zu steigern. Hier lerne ich viel über die Betreuung der Auszubildenden und erhalte Einblicke „hinter die Kulissen“. Zusätzlich zur praktischen Ausbildung besucht man 2 Mal wöchentlich die kaufmännische Berufsschule um einen fundierten theoretischen Background zu erhalten.
Fazit: Ich wurde überall herzlich begrüßt, ernst genommen und konnte Verantwortung übernehmen. In meiner beruflichen Laufbahn bei BP habe ich schon sehr viel über die Berufswelt und über mich selbst gelernt und meine Entscheidung für diesen Global Player nie bereut. Vor gut einer Woche habe ich einen Antrag zum Verkürzen meiner Ausbildung bei der IHK eingereicht. Voraussetzungen dafür sind gute Noten in der Berufsschule, gute Abteilungsbeurteilungen, sowie den Nachweis alle IHK Pflichtbereiche durchlaufen zu haben. Meine Wünsche und Vorstellungen in Zukunft: Beendigung meiner Ausbildung im Mai 2010, das Übernahme-Jahr bei BP absolvieren und danach falls möglich für BP zu arbeiten. Natürlich bin ich nicht abgeneigt ins Ausland zu gehen. Auch im theoretischen Bereich ist Stillstand keine Option für mich. Ich denke über ein Berufsbegleitendes Studium nach. Als Tipp möchte ich allen mit auf den Weg geben: Wichtig ist, dass man sich frühzeitig Gedanken über seine Zukunft macht, Bewerbungsfristen im Blick behält und nicht den Kopf hängen lassen, wenn man Absagen erhält.
