BP sagt trotz Effizienzsteigerungen weltweit eine kräftige Erhöhung der Energienachfrage bis 2030 voraus

Datum der Veröffentlichung: 10. Februar 2012
Schwellenländer treiben Energienachfrage bis 2030 – erneuerbare Energien wachsen stärker als Öl – BP Analyse gibt Ausblick für den Energiesektor
Dies ist eine Übersetzung der englischen Meldung der BP Plc. – rechtlich verbindlich ist allein das englische Original!

Die Meldung im englischen Original finden Sie auf www.bp.com.


Die weltweite Energienachfrage wird, wenn auch mit verminderten jährlichen Steigerungsraten, in den nächsten zwanzig Jahren aufgrund der ökonomischen Entwicklungen und des Bevölkerungswachstums in den Nicht-OECD-Staaten weiter wachsen. Ebenso sagt der am 18. Januar 2012 von BP veröffentlichte Energy Outlook 2030 eine verbesserte Energieeffizienz und starke Wachstumsraten für Erneuerbare Energien voraus.

Der globale Energiebedarf wird dabei bis 2030 um insgesamt 39 Prozent bzw. um 1,6 Prozent pro Jahr steigen, wobei diese Erhöhung fast ausschließlich auf die Nicht-OECD-Staaten entfallen wird; der Verbrauch in den OECD-Ländern wird im genannten Zeitraum lediglich um 4 Prozent steigen. Dabei werden die fossilen Brennstoffe ihre dominante Stellung auf dem Energiesektor unverändert beibehalten; BP sagt voraus, dass 81 Prozent der weltweiten Energienachfrage im Jahr 2030 über fossile Brennstoffe abgedeckt werden; dieser Anteil liegt 6 Prozent unter dem heutigen Wert. Der Untersuchungszeitraum wird darüber hinaus durch eine zunehmende Substitution von Energieträgern geprägt sein, bei der sich Gas und Erneuerbare Energien auf Kosten von Kohle und Erdöl durchsetzen werden.

Bei dieser allmählichen Umstellung werden die Erneuerbaren Energien (einschließlich Biokraftstoffe) weltweit die am schnellsten wachsenden Energieträger sein; mit einem Wachstum von mehr als 8 Prozent pro Jahr wird ihre Steigerungsrate viel höher liegen als die von Erdgas, dem am schnellsten wachsenden fossilen Energieträger (jährlich ca. 2 Prozent bis 2030).

Bei der Vorstellung des Energy Outlook 2030 erklärte BP Chief Executive Bob Dudley: "Für alle Beteiligten in der Energiebranche stellt dieser Bericht nicht nur eine Herausforderung dar, sondern ist gleichzeitig auch eine faszinierende und stimulierende Lektüre. Er hilft uns, diesen Themenkomplex sowohl realistisch wie auch optimistisch einzuschätzen. Der Bericht beschreibt nicht nur Dinge, auf die wir keinen Einfluss haben wie beispielsweise die Ursachen für die Energienachfrage, sondern auch Dinge, die wir ändern können, zum Beispiel die Art und Weise, mit der wir diese Nachfrage befriedigen."

"Die wichtigste Botschaft ist, dass wir einen offenen und von Wettbewerb geprägten Energiemarkt benötigen, der uns zu Innovationen anhält und der somit auf eine Maximierung der Energieeffizienz ausgelegt ist; dann können wir auf lange Sicht auf eine ausreichende, sichere und nachhaltige Energieversorgung vertrauen," fügte er hinzu.

BP Chefvolkswirt Christof Rühl betont, dass die Auswirkungen von Globalisierung und intensivem Wettbewerb weltweit zu einer bemerkenswerten Annäherung der Energieintensität führen werden; dies ist eine Messgröße, die den Energieeinsatz pro Einheit des Bruttoinlandsproduktes widerspiegelt.

Aufgrund der zunehmenden Versorgung aus unkonventionellen Energievorkommen, zu denen unter anderem Ölschiefer und Schiefergas, kanadische Ölsande und Tiefseevorkommen in Brasilien zählen, wird die westliche Hemisphäre vor dem Hintergrund einer allmählich sinkenden Nachfrage nach Öl bis 2030 bei der Energieversorgung nahezu autark sein. Dies bedeutet, dass die Wachstumsmärkte im Rest der Welt, vornehmlich in Asien, ihren steigenden Ölbedarf in zunehmendem Maße aus Vorkommen im Mittleren Osten befriedigen müssen.

Erdöl, der weltweit derzeit am meisten genutzte Energieträger, wird über den gesamten Untersuchungszeitraum hinweg Marktanteile verlieren, auch wenn der Bedarf an flüssigen Kohlenwasserstoffen im Jahr 2030 bei 103 Millionen Barrel pro Tag und damit um 18 Prozent über dem Wert von 2010 liegen wird. Somit müssen weltweit immer noch ausreichend große Mengen an flüssigen Energieträgern – Öl, Biokraftstoffe usw. – gefördert werden, um die für 2030 vorhergesagte Nachfragesteigerung in Höhe von 16 Millionen Barrel pro Tag befriedigen und die zurückgehende Förderung aus bestehenden Quellen kompensieren zu können.

Es steht zu erwarten, dass Kohle in der laufenden Dekade Marktanteile hinzugewinnt, bis sich diese Wachstumsphase dann zwischen 2020 und 2030 abschwächt; die Wachstumsrate beim Gas wird wohl stabil bleiben und nach 2020 wird fast die Hälfte des Energiewachstums wahrscheinlich über nicht-fossile Energieträger abgedeckt werden.

Die Stromerzeugung wird im Zeitraum bis 2030 der am schnellsten wachsende Energieverbraucher sein und über die Hälfte des Gesamtwachstums beim Primärenergieverbrauch ausmachen. Zudem sind im Strommarkt auch die größten Veränderungen im Hinblick auf den eingesetzten Energiemix zu erwarten. Die Erneuerbaren Energien, Nukleartechnik und Wasserkraft werden mehr als 50 Prozent des Wachstums in der Stromerzeugung abdecken.

Die diesjährige Ausgabe des Energy Outlook 2030 untersucht detailliert verschiedene wichtige Aspekte des globalen Energiemarktes: die Wege, die sowohl die wirtschaftliche Entwicklung wie auch die Energienachfrage in China und Indien eingeschlagen haben; die Einflussfaktoren für den Energieexport aus dem Mittleren Osten und die wichtigsten Einflussfaktoren für den Energieverbrauch im Straßenverkehr.

In China ist zu erwarten, dass die Wachstumsraten beim Energieverbrauch nach 2020 mit der Stabilisierung der Konjunktur entscheidend geringer ausfallen. Obwohl die Einwohnerzahl Indiens die von China in Zukunft übersteigen wird, ist nicht zu erwarten, dass Indien bei der Frage des Energiewachstums den von China eingeschlagenen, energieintensiven Weg verfolgen wird. Indien wird seinen Energieverbrauch bis 2030 im Wesentlichen durch den Einsatz von Kohle mehr als verdoppeln; aber selbst mit einem Verbrauch von 1,3 Milliarden Tonnen Öläquivalent wird diese Entwicklung dennoch nur knapp mehr als ein Viertel des Energieverbrauchs in China ausmachen.

Zur Befriedigung der Nachfrage bleibt dabei das hohe Maß an Abhängigkeit von höheren Ölexporten aus den OPEC-Ländern im Mittleren Osten bestehen. Die BP Analyse legt nahe, dass die Länder des Mittleren Ostens in der Lage sind, die zur Befriedigung der Nachfrage erforderlichen neuen Fördermengen produzieren zu können, auch wenn erwartet wird, dass der Pro-Kopf-Energieverbrauch in der Region mehr als drei Mal so hoch sein wird wie in den übrigen Nicht-OECD-Ländern.

BP konstatiert, dass man nicht nur stetigen Fortschritt erwartet bei den langfristig angelegten Bemühungen, Öl durch Gas zu ersetzen, sondern auch Effizienzverbesserungen beim Energieeinsatz in der Region. Die Produktion von flüssigen Kohlenwasserstoffen, die bei der Gasförderung in Saudi-Arabien, dem Irak und andernorts in der Region anfallen, wird den größten Teil der steigenden Lieferungen ausmachen; ca. 34 Prozent der globalen Erdölförderung werden 2030 aus dieser Region stammen.

Was den globalen Energieverbrauch anbetrifft, wird der Transportsektor wahrscheinlich am langsamsten wachsen. Signifikante Verbesserungen bei der Kraftstoffeffizienz, unter anderem auch durch den steigenden Anteil an Hybrid-Fahrzeugen werden den unvermindert stark anhaltenden Anstieg in der Zahl verkaufter Fahrzeuge teilweise auffangen. Hybrid-Fahrzeuge (einschließlich der so genannten Plug-ins) bieten dem Verbraucher flexible Lösungen und scheinen in der Lage, bis 2030 die angestrebten Ziele beim Kraftstoffverbrauch erreichen zu können. Ausgehend vom derzeitigen Wert in Höhe von 95 Prozent wird der Energieverbrauch in der Transportbranche dann zu 87 Prozent durch Öl abgedeckt werden. Die Differenz wird dabei im Wesentlichen über den Einsatz von Biokraftstoffen aufgefangen, der 7 Prozent des Energieeinsatzes im Transportsektor ausmachen wird.

Der globale CO2-Ausstoß wird bis 2030 wahrscheinlich um ungefähr 28 Prozent steigen und somit dank des schnellen Wachstums bei den Erneuerbaren Energien und Erdgas weniger stark ausfallen als der derzeitige Anstieg des Energiebedarfs. Sollten aggressivere umweltpolitische Maßnahmen umgesetzt werden, könnte es bis zum Jahr 2030 zu einem Rückgang der CO2-Emissionen kommen.

Im Zeitraum bis 2030 werden die Energie importierenden Länder 40 Prozent mehr Energie importieren als sie dies heute tun, wobei diese Entwicklung regional unterschiedlich ausgeprägt ist. In Nordamerika sollten dabei die Anstrengungen zur Reduzierung der Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte eindrucksvolle Erfolge aufweisen.

Dank der Wachstumsraten bei Biokraftstoffen und bei der Versorgung aus unkonventionellen Öl- und Gasvorkommen wird sich Nordamerikas Energiedefizit bis 2030 in einen kleinen Überschuss umwandeln.

Im Gegensatz dazu wird das Energiedefizit Europas bei Öl und Kohle auf dem derzeitigen Niveau verbleiben, sich bei Erdgas aber um ca. 66 Prozent erhöhen; diese Entwicklung wird durch LNG und Lieferungen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion aufgefangen.

Chinas Energiedefizit bei sämtlichen Energieträgern wird um mehr als Faktor 5 steigen, wobei sich Indiens Energiedefizit, hauptsächlich mit Blick auf Öl und Kohle, im Zeitraum bis 2030 mehr als verdoppeln wird.

Die Veröffentlichung des Energy Outlook 2030 durch BP versteht sich als eine Ergänzung der diesjährigen Ausgabe des BP Statistical Review of World Energy, der im Juni 2012 publiziert wird.

Anmerkung für Redaktionen

Der BP Energy Outlook 2030 ist online abrufbar unter www.bp.com/Energyoutlook2030.

Cautionary statement

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