Glossar
Kalkseifenschmierfette (Calciumseifen-Schmierfette)
Wasserabweisende Schmierfette; als Staufferfett, Kurbelfett, Rollenfett, Hydraulikschmierfett, Achslagerfett bis ca. 80 °C anwendbar; Calciumseifen-Schmierfette auf Basis 12-Hydroxystearinsäure sind bis ca. 120 °C einsetzbar
Kalorie (kurz: cal)
Der veraltete Begriff für eine Wärmeeinheit. Eine Kilokalorie (1 kcal) ist die Wärmemenge, die erforderlich ist, um 1 kg Wasser von 14,5 °C auf 15,5 °C zu erwärmen. Seit dem 1. Januar 1978 soll die Maßeinheit Kalorie (cal) nicht mehr verwendet werden. Als Maßeinheiten für die Wärmemenge sind nur noch Joule (J) oder die Wattsekunde (Ws) zugelassen. Es gelten folgende Zusammenhänge:
1 kcal = 4,1868 kJ und 1 Ws = 1 Joule = 0,2388 Kalorien (cal)
Kalzinieren
Das Austreiben von Wasser und flüchtigen Bestandteilen aus festen Stoffen durch Erhitzen. In der Zementindustrie bezeichnet man mit Kalzinieren die Dissoziation, d.h. das Entsäuern des Calziumcarbonats.
Kalzinierter Petrolkoks
Petrolkoks, der durch Erhitzen auf lufttrockene Substanz gebracht und frei von flüchtigen Bestandteilen ist.
Kamin
Der Kamin hat die Aufgabe, die Rauchgase ins Freie zu führen. Für die Kaminführung sind bestimmte DIN-Vorschriften und andere Verordnungen zu beachten. Bei Feuerungsanlagen über 4 GJ/h erfolgt die Genehmigung der Abgasanlage allgemein im Baugenehmigungsverfahren. Sie bedarf einer Erlaubnis nach der Gewerbeordnung. Anträge sind an das Gewerbeaufsichtsamt zu richten.
Katalysatoren
- Stoffe, die nur durch ihre Anwesenheit eine chemische Reaktion (beschleunigend, verzögernd, richtungsweisend) an anderen Stoffen bewirken, ohne sich selbst zu verändern; in der Mineralölindustrie sind meist feste Katalysatoren im Gebrauch, z.B. Kobalt, Molybdän, Platin, Nickel, Barium u.a., die sehr oft auf einem Katalysatorträger aufgebracht sind (siehe auch Ferrocen).
- Katalysatoren für PKW mit Otto-Motoren (die es als Ein; Zwei- und Dreiwege-Katalysatoren gibt) sind ein Teil der Auspuffanlage, die in Verbindung mit einer Lambda-Sonde und einem Steuergerät, je nach Betriebsbedingungen , die evtl. anfallenden umwelt- schädlichen Emissionen des Abgases (Kohlenwasserstoffe CH, Stickoxide NO. und Kohlenmonoxid CO) in unschädliche Emissionen (Wasserdampf H2O, Kohlendioxid CO2 und Stickstoff N) umwandeln sollen.
Katalysatoren, Funktionsprinzip
Katalytisches Cracken (siehe Crackverfahren)
Kathodenschutz
Der Kathodenschutz verhindert Korrosion. Man lässt dazu elektrischen Strom durch einen Elektrolyten zur Metalloberfläche fließen. Mit Hilfe dieses Verfahrens kann praktisch jeder Korrosionsvorgang aufgehalten oder ganz verhindert werden.
Kerosin
Kerosin ist der Bestandteil des Erdöls, der für die Herstellung von Düsentreibstoff verwendet wird.
Kessel
Teil der Heizungsanlage, in dem die Umwandlung des Einsatzbrennstoffes in Wärme durch Verbrennung erfolgt. Er wird aus Guss, Stahl oder Edelstahl hergestellt. Während Gusskessel aus einzelnen Gliedern bestehen, die an Ort und Stelle montiert werden können, sind Stahl- und Edelstahlkessel geschweißt und werden komplett zur Baustelle geliefert. Der Bauart nach gibt es folgende Unterschiede:
- Spezialkessel: Für entweder nur feste oder flüssige oder gasförmige Brennstoffe geeignet. Er hat einen optimalen Wirkungsgrad.
- Umstellbrandkessel: Können sowohl für feste als auch flüssige und gasförmige Brennstoffe verwendet werden. Die Umstellung von Brennstoffart auf die andere darf nur durch einen Fachmann erfolgen.
- Wechselbrandkessel: Ermöglichen den Einsatz von zwei verschiedenen Brennstoffen ohne Umstellung der Anlage. Ein gleichzeitiges Verfeuern ist jedoch nicht statthaft.
Kilowattpeak (kurz: kWp) (siehe Anlagenleistung)
Kilowattstunde (kurz: kWh)
Abkürzung für Kilowattstunde 1 kWh = 1.000 Watt über den Zeitraum von einer Stunde.
Klimagase (siehe Treibhausgase)
Klimarahmenkonvention
Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen mit dem Ziel, die Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, auf dem eine gefährliche, vom Menschen verursachte Störung des Klimasystems verhindert wird. Die Klimarahmenkonvention wurde inzwischen von 189 Staaten ratifiziert, darunter auch von den USA. Sie trat am 21. März 1994 in Kraft.
Kohlendioxid (CO2-)Emissionen
Kohlendioxid (CO2) ist ein wichtiger Bestandteil der Erdatmosphäre und bildet die Grundlage für die Photosynthese der Pflanzen. Inzwischen ist weltweit jedoch auch anerkannt, dass die Zunahmen von Kohlendioxid in der Atmosphäre mit menschlichen Aktivitäten zusammenhängt. Kohlendioxid ist das wichtigste Treibhausgas und entsteht bei der Verbrennung von fossilen, kohlenstoffhaltigen Energieträgern wie Kohle, Öl und Gas. Hinzu kommt eine veränderte Bodennutzung wie z.B. die Abholzung von Regenwäldern.
Kohlendioxid (kurz: CO2)
CO2 ist ein Gas, das bei der Verbrennung des Kohlenstoffes, der in allen fossilen Brennstoffen vorhanden ist, entsteht. Jeder Brennstoff hat einen in seiner Höhe unterschiedlichen CO2-max.-Gehalt.
Beispiele:
HEL = 15,4 % CO2
HS = 15,9 % CO2
Kohle = 18,9 % CO2
Koks = 20,5 % CO2
Der bei der Verfeuerung von Brennstoffen gemessene CO2-Gehalt im Abgas gibt Auskunft über die Verbrennungsgüte.
Beispiele:
HS = 15,9 % CO2
Kohle = 18,9 % CO2
Koks = 20,5 % CO2
Der bei der Verfeuerung von Brennstoffen gemessene CO2-Gehalt im Abgas gibt Auskunft über die Verbrennungsgüte.
Kohlenhydrate (Bruttoformel: Cn(H2O)m)
Kohlenhydrate ist eine in der Natur weit verbreitete Stoffklasse, zu der unter anderem Einfachzucker (Monosaccharide) gehören. Der Name ist darauf zurückzuführen, dass viele Kohlenhydrate die Bruttoformel Cn(H2O)m haben, das heißt formal Hydrate des Kohlenstoffs sind. Als Gerüstsubstanz der pflanzlichen Zelle ist Zellulose das in der Natur am weitesten verbreitete Kohlenhydrat.
Kohlenmonoxid (kurz: CO)
Auch Kohlenmonoxid, tritt bei unvollständiger Verbrennung auf. Es ist ein geruchloses, hochgiftiges Gas.
Kohlenwasserstoff-Indikatoren, direkte
Direkte Kohlenwasserstoff-Indikatoren sind Öl- oder Gasspuren in Bohrklein und Spülung.
Kohlenwasserstoffe
Kohlenwasserstoffe sind organische Verbindungen, die vorwiegend aus Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H) bestehen. Erdöl ist ein Gemisch aus unterschiedlichen Kohlenwasserstoffen.
Beispiele:
Erdgas C/H = 3,0
HEL C/H = 6,6
HS C/H = 7,6
Kohle C/H = 10,0
Beispiele:
HEL C/H = 6,6
HS C/H = 7,6
Kohle C/H = 10,0
Kohleverflüssigung
Bezeichnung für ein Verfahren, bei dem die Einsatzkohle in flüssige und gasförmige Kohlenwasserstoffe umgewandelt wird. Man unterscheidet dabei zwei Verfahrenswege:
- die direkte Hydrierung, bekannt unter den Namen Pott-Broche, Bergius-Pier,
- die Hydrierung mit vorgeschalteter Vergasungsstufe. Fischer-Tropsch-Synthese.
Konversionsanlage
In Konversionsanlagen (siehe auch Cracker), zu denen Visbreaker, thermische und katalytische Cracker, Coker und Schwerölvergasungen gehören, werden aus schweren Produkten leichtere Produkte hergestellt. Schwere Produkte entsprechen nicht der Nachfragestruktur. Daher wandelt man sie in Konversionsanlagen in leichtere Produkte mit höherer Nachfrage und höherem Marktpreis um.
Konversionsprozesse laufen bei hohen Drücken und Temperaturen ab. Neuere Verfahren werden durch Katalysatoren unterstützt. Dabei verändern sich die Moleküle sich in Größe und Struktur und damit auch in ihren Eigenschaften.
Konversionsprozesse laufen bei hohen Drücken und Temperaturen ab. Neuere Verfahren werden durch Katalysatoren unterstützt. Dabei verändern sich die Moleküle sich in Größe und Struktur und damit auch in ihren Eigenschaften.
Konversionsrate
Anteil des Einsatzproduktes, der in der Konversionsanlage in andere Produkte umgewandelt wird.
Korrosion
Korrosion entsteht überall dort, wo Metall mit Wasser, Dampf oder Feuchtigkeit und Sauerstoff in Verbindung kommt. Unter Korrosion versteht man den zerstörenden Angriff auf die Metalloberfläche, der durch chemische oder elektrochemische Reaktionen eingeleitet wird.
Kracken (siehe Crackverfahren)
Kraft-Wärme-Kopplung (kurz: KWK)
Verfahren, bei dem Strom aus Gas, Kohle oder Öl produziert wird und die im Produktionsprozess entstehende Wärme zur Energie-Erzeugung mitgenutzt wird.
Die Produktion erfolgt in speziellen KWK-Anlagen. Die so erzeugte Energie kann beispielsweise in Form von Fernwärme weiterbenutzt werden und dient dann unter anderem der Versorgung öffentlicher Einrichtungen, wie z. B. Schulen oder Badeanlagen.
Die Produktion erfolgt in speziellen KWK-Anlagen. Die so erzeugte Energie kann beispielsweise in Form von Fernwärme weiterbenutzt werden und dient dann unter anderem der Versorgung öffentlicher Einrichtungen, wie z. B. Schulen oder Badeanlagen.
Kraftstoff
Mineralölprodukt zum Antrieb von Motoren (siehe auch Diesel- und Ottokraftstoff)
kte (siehe auch Mte, CO2e)
Abkürzung für direkte Treibhausgas-Emissionen pro Produktionseinheit im Bereich Petrochemie in Tausend Tonnen CO2-Äquivalent (Abkürzung: kte)
Kuppelproduktion
Herstellungsverfahren, bei dem neben dem eigentlich gewünschten Produkt zwangsläufig auch noch ein anderes Produkt oder sogar mehrere andere Produkte anfallen. Durch den Absatz dieser im Rahmen der Kuppelproduktion zwangsläufig mitanfallenden Produkte werden die Produktionshöhe und der Gesamterlös des gewünschten Produktes beeinflusst. In der Mineralölverarbeitung ist die Kuppelproduktion typisch, da Rohöl immer ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen ist. Im Durchschnitt ergeben sich aus 1 t Rohöl 200 kg Benzin, 400 kg Mitteldestillate, 300 kg schweres Heizöl und sonstige Rückstände. Das einzelne Produkt ist kurzfristig nur durch Änderung der Raffineriefahrweise, in engen Grenzen, und langfristig nur durch die Wahl anderer Rohöle oder durch den Umbau der gesamten Raffinerie entscheidend zu beeinflussen.
Kurzschlussstrom
Die Nenngröße der maximalen Stromstärke, die durch einen Stromkreis ohne Energiebedarf oder Widerstand fließt. Beim direkten Messen des Kurzschlussstroms eines Solarmoduls an den zwei Kabeln wird die Stromstärke durch die vom Modul erzeugbare Menge begrenzt.
Kyoto-Protokoll
Auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto wurden 1997 konkrete Grenzwerte für die sechs Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan, Distickstoffoxid, teilfluorierte Kohlenwasserstoffe und vollfluorierte Kohlenwasserstoffe festgelegt. Die vertretenen Industriestaaten haben sich verpflichtet, den Ausstoß klimaschädlicher Gase bis 2012 um insgesamt 5,2 % gegenüber 1990 zu senken. Die EU hat eine Reduzierungszusage von mindestens 8 % abgegeben, Deutschland hat sich verpflichtet, die Emissionen um 21 % zu mindern. Nachdem 132 Staaten, die mehr als 60 % der weltweiten Treibhausgase emittieren, das Kyoto-Protokoll angenommen haben, trat es am 16. Februar 2005 in Kraft. Im Kyoto-Protokoll werden auch die flexiblen Instrumente beschrieben, mit denen nationale Verpflichtungen zum Klimaschutz durch internationale Projekte erfüllt werden können.


