Glossar
Halbtaucher
Ein Halbtaucher bezeichnet eine schwimmende Ölbohrinsel, die durch Fluten der röhrenförmigen Schwimmkörper abesenkt wird, um sie zu stabilisieren. Dann wird sie verankert. Ein Beispiel für einen Halbtaucher stellt das Ölförderprojekt unter der Leitung von BP im Golf von Mexiko dar Thunder Horse.
Heizkostenvergleich
Ein Rechenverfahren nach VDI Richtlinie 2067, bei dem die jährlichen Heizkosten bei Einsatz verschiedener Energiearten gegenübergestellt und verglichen werden. In der Regel werden durch Heizkostenvergleiche folgende Fragen beantwortet:
- Was kostet den Energieverbraucher die Heizwärme für sein Haus beim Einsatz von Kohle, Heizöl, Gas oder Strom?
- Welchen Einfluss haben wärmedämmende Maßnahmen auf die Jahresheizkosten?
- Lohnt eine Umstellung auf einen anderen Brennstoff?
Heizkostenverteiler
Gerät, mit dessen Hilfe die Heizkosten eines zentralbeheizten Mehrfamilienhauses verbrauchsbezogen auf die verschiedenen Wohnungsbenutzer aufgeteilt werden. Die Heizkostenverordnung schreibt vor, dass alle zentral beheizten Mehrfamilienhäuser verbrauchsabhängig abgerechnet werden müssen. Die Aufteilung erfolgt nach dem Verdunstungsprinzip, elektronisch oder durch direkte Wärmemengenmessung.
Heizkörper
Geräte, mit deren Hilfe im Kessel erzeugte Wärme an den Raum übertragen wird. Folgende Heizkörperarten werden meist eingebaut:
- Radiator ist ein aus einzelnen Gliedern zusammengesetzter Strahlungsheizkörper
- Konvektor ist ein Heizkörper, der seine Wärmeleistung ausschließlich durch Luftumwälzung (Konvektion) abgibt
- Plattenheizkörper gibt seine Wärmeleistung - wie der Radiator - überwiegend durch Strahlung ab. Besonderer Vorteil ist die geringe Bautiefe (Beispiel: Montage in Badezimmern)
- Rohrheizfläche ist die einfachste Heizkörperform. Bei größerem Heizflächenbedarf kann sie in Registerform mit Lamellen angeordnet sein.
Heiztag
Als Heiztag wird ein Tag bezeichnet, an dem das Tagesmittel der Lufttemperatur unter 15 °C liegt.
Heizungsanlagen-Verordnung (kurz: HeizAnIV)
Eine Verordnung aufgrund des Energieeinsparungsgesetzes in Kraft seit dem 22. September 1978 schreibt vor, welche energiesparenden Anforderungen an den Betrieb von heiztechnischen und Brachwasser-Anlagen gestellt werden. Es werden bessere Wirkungsgrade durch Begrenzung der Abgasverluste und eine dem tatsächlichen Bedarf angepasste Dimensionierung der Kesselanlage vorgeschrieben. Darüber hinaus werden bestimmte Anforderungen an die Wärmeisolierung der Verteilungsanlagen und an die Einrichtungen zur Steuerung und Regelung gestellt.
Heizwert (chemische Formel: Hu - früher auch unterer Heizwert)
Gibt die Energiemenge an, die bei der vollständigen Verbrennung eines Brennstoffes technisch nutzbar ist. Der Heizwert ist um den Betrag der Verdampfungswärme des im Brennstoff enthaltenen bzw. gebildeten Wassers geringer als der Brennwert Ho. Der Heizwert wird nach DIN 51603 für leichtes Heizöl mit mind. 42 MJ/kg und für schweres Heizöl mit mind. 39,5 MJ/kg vorgeschrieben. Bei Steinkohlenprodukten liegt der Heizwert zwischen 26 MJ/kg und 33 MJ/kg. Bei Braunkohlenprodukten liegt er zwischen 19,5 MJ/kg und 29,9 MJ/kg.
Heizöl
Bezeichnung für einen flüssigen Brennstoff auf der Basis von Erdöl, Steinkohlen- oder Braunkohlenteeren und Schieferöl für Feuerungszwecke. Nach DIN und Stoffklassen sind bestimmte Grenzkriterien einzuhalten, z.B. HEL DIN 51603 T1 (für leichtes Heizöl) und HS DIN 51603 T5 (für schweres Heizöl).
Heizöl, leichtes (kurz: HEL)
Leichtes Heizöl wird z.B. in privaten Haushalten oder im Gewerbe eingesetzt.
Heizöl, schweres (kurz: HS)
Schweres Heizöl wird z.B. zur Verbrennung in Industrieöfen oder in Schiffsmotoren eingesetzt.
Heizölbehälter
Heizölbehälter dienen zur Lagerung von Heizölen und unterliegen den Bestimmungen der Gefahrenklasse A III. Bei der Montage sind u.a. folgende Bestimmungen zu beachten:
- Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF)
- Verordnung für Anlagen zur Lagerung wassergefährdender Stoffe (VAwS)
- Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
- DIN - Vorschriften für Heizöllagerbehälter.
Heizölkennzeichnung
Die Heizölkennzeichnung wird in praktisch allen europäischen Ländern durchgeführt, um eine missbräuchliche Nutzung des steuerlich begünstigten Heizöls (als Dieselkraftstoff) zu erschweren. Da Heizöl und Dieselkraftstoff in ihrer chemischen Zusammensetzung kaum zu unterscheiden sind, wird das Heizöl durch einen Farbzusatz und den chemischen Indikator Furfurol gekennzeichnet, um durch Kontrollen bei Dieselfahrzeugen sicher nachweisen zu können, ob Dieselkraftstoff oder verbotenerweise Heizöl als Kraftstoff verwendet wurde. Die Kontrollen sind streng und die Strafen können erheblich sein.
Heizölsteuer (siehe Mineralölsteuer)
Helle Produkte
Eine im Mineralölhandel übliche Bezeichnung für alle flüchtigeren Erdölerzeugnisse wie Benzin, Petroleum, Testbenzin und Flugbenzin.
Hemizellulose
Hemizellulose ist ein Kohlenhydrat. Im Gegensatz zur Zellulose bildet die Hemizellulose verzweigte Ketten und ist aus Einfachzucker aufgebaut. Die wichtigste Hemizellulose ist das in bestimmten Hölzern, Kleie und Stroh enthaltene Xylan.
Horizontalbohrtechnik
Eine Horizontalbohrung ist eine abgewinkelte Bohrung von ca. 90 Grad.
Hybridanlage
Eine Energieanlage, die zwei verschiedene Energietechnologien in sich vereint (z.B. eine photovoltaische Anlage kombiniert mit einer Windturbine).
Hydraulik-Flüssigkeiten
Schwerentflammbare Druckflüssigkeiten zur hydraulischen Kraftübertragung und Steuerung, gemäß Anforderungen VDMA 24317, 24320.
Hydrauliköle
Alterungsbeständige, dünnflüssige, nichtschäumende, hochraffinierte Druckflüssigkeiten aus Mineralöl, synthetischer Kohlenwasserstoffe oder synthetische Ester mit tiefen Stockpunkt für den Einsatz in Hydraulikanlagen. Vorwiegend mit hydrostatischem Antrieb, soweit sie den Anforderungen dieser Antriebe entsprechen.
HL sind Hydrauliköle aus Mineralölen mit erhöhtem Korrosionsschutz und Alterungsbeständigkeit: DIN 51524 T1.
HLP sind Hydrauliköle aus Mineralölen mit Wirkstoffen zum erhöhen des Korrosionsschutzes, der Alterungsbeständigkeit sowie zur Verminderung des Fressverschleißes im Mischreibungsgebiet (hoher Verschleißschutz) DIN 51 524 T2, VDMA 24318.
HVLP sind Hydrauliköle aus Mineralölen mit Wirkstoffen zum erhöhen des Korrosionsschutzes, der Alterungsbeständigkeit, zur Verminderung des Fressverschleißes im Mischreibungsgebiet sowie zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens: DIN 51 524 T3.
HL sind Hydrauliköle aus Mineralölen mit erhöhtem Korrosionsschutz und Alterungsbeständigkeit: DIN 51524 T1.
HLP sind Hydrauliköle aus Mineralölen mit Wirkstoffen zum erhöhen des Korrosionsschutzes, der Alterungsbeständigkeit sowie zur Verminderung des Fressverschleißes im Mischreibungsgebiet (hoher Verschleißschutz) DIN 51 524 T2, VDMA 24318.
HVLP sind Hydrauliköle aus Mineralölen mit Wirkstoffen zum erhöhen des Korrosionsschutzes, der Alterungsbeständigkeit, zur Verminderung des Fressverschleißes im Mischreibungsgebiet sowie zur Verbesserung des Viskositäts-Temperatur-Verhaltens: DIN 51 524 T3.
Hydrocracken (siehe Crackverfahren)
Hydrocracker
Unter den Crackern nimmt der Hydrocracker eine Sonderstellung ein. Neben der Konversion von schweren zu leichteren Produkten werden die gewonnenen Stoffe gleichzeitig entschwefelt und entstickt. Das gewährleistet eine geringere Schadstoffbelastung der Umwelt. Im Hydrocracker werden schwere Gasöle in Gegenwart von Wasserstoff durch katalytisches Cracken zu Gasen, Flüssiggasen, Benzinen und Mitteldestillaten umgewandelt. Die Produkte werden durch Destillation voneinander getrennt.
Hydroforming
Bezeichnung für ein Verfahren, das in der Raffineriewirtschaft in großem Umfang zur Verbesserung des Klopfwertes von Vergaserkraftstoffen angewendet wird. Dabei werden Katalysatoren verwendet, durch die die Umwandlung von schweren Benzinen in aromatenreiche, hochklopffeste Kraftstoffe erfolgt.
Hypoid-Getriebeöle
Hochdruckschmieröle mit EP-Zusätzen zur Schmierfähigkeitsverbesserung und zur Vermeidung der Fressneigung; in der Hauptsache eingesetzt bei Achsantrieben für Kraftfahrzeuge, bei denen spiralverzahnte und achsversetzte Kegelradantriebe (Hypoidgetriebe) vorkommen.
Höchstleistung
Der Punkt auf der IV-Kurve der Solaranlage, wo das Produkt von I und V maximal ist (Pmax, gemessen in Watt). Die Punkte auf den I- und V-Kurven, die diesen Kurvenpunkt beschreiben heißen Imp (Strom bei maximaler Leistung) und Vmp (Spannung bei maximaler Leistung).

