Glossar
Bar
Maßeinheit für den Druck, hat die bisherige Bezeichnung atü ersetzt. Die Basiseinheit der Druckmessung, das Pascal, ist mit der Einheit bar wie folgt verknüpft:
| 1 Pascal (Pa) = 1 Newton/m2 |
105 Pa = 1 bar |
| 1 mbar = 100 Pa = hekto Pa |
Barrel (deutsch: Fass kurz: bbl)
Bezeichnung für ein Hohlmaß, das in der Ölindustrie verwendet wird. Es entspricht einer Menge von rd. 159 Litern. Eine Tonne Nordseeöl hat ca. 7,50 Barrel. Die Bezeichnung Barrel wird im Zusammenhang mit Rohöl verwendet.
Folgende Umrechnungsfaktoren helfen, den Bezug zu deutschen Maßeinheiten zu finden:
Folgende Umrechnungsfaktoren helfen, den Bezug zu deutschen Maßeinheiten zu finden:
| von | in | Umrechnung |
| Barrel | Tonne | = x 0,14 |
| Tonne | Barrel | = x 7,33 |
| Barrel/Tag | Jato | = x 50 |
| Jato | Barrel/Tag | = x 0,02 |
| Dollar/Barrel | €/t | = x 7,33 x Kurs |
Benzin
Benzine sind Kohlenwasserstoffe des Erdöl, die zwischen 35 °C bis 210 °C sieden. Die Bezeichnung ist ein Sammelbegriff für
- Motorenbenzin (Ottokraftstoff; OK) für den Antrieb von Otto- und Zweitaktmotoren;
- Rohbenzin (Leichtbenzin, Naphtha) als Rohstoff für die Petrochemie;
- Spezial- und Testbenzin vor allem für Lösungs- und Extraktionsmittel;
- Flugbenzin für Flugzeuge mit Kolbenmotor (heute überwiegend Sportflugzeuge).
Benzinabscheider
Benzinabscheider (auch Leichtflüssigkeitsabscheider) werden zum Schutz von Gewässern und Kanalisationssystemen vor Verunreinigung durch Kohlenwasserstoffe (Mineralölprodukte) an Tankstellen verwendet.
Benzol
Benzol (siehe auch Aromaten) entsteht zusammen mit anderen chemischen Verbindungen sowohl beim Verkokungsprozess der Steinkohle als auch als Produkt bei der Rohölverarbeitung. Benzol (chemische Formel C6H6) ist ein in seiner Molekularstruktur ringförmiger, aromatischer Kohlenwasserstoff. Benzol wird u.a. zur Herstellung von Synthesefasern und Schaumstoffen verwendet.
Bevorratung
Die Bevorratung von Mineralölprodukten ist in praktisch allen Ländern Westeuropas gesetzlich vorgeschrieben. Darin wird genau festgelegt, welche Mineralölverarbeiter und -importeure über ihre für das tägliche Geschäft notwendige Lagerhaltung hinaus Pflichtvorräte für den Krisenfall vorhalten müssen, die zur Sicherung der Energieversorgung in Krisenzeiten herangezogen werden können. In der Bundesrepublik Deutschland besteht das "Gesetz über die Bevorratung mit Erdöl und Erdölerzeugnissen". Die gesetzliche Bevorratungspflicht wird ab 1. Dezember 1978 durch den "Erdölbevorratungsverband (EBV)" als Körperschaft des öffentlichen Rechts und die Hersteller von Erdölerzeugnissen wahrgenommen.
Bio-Wissenschaftliches Energieforschungsinstitut
Das Bio-Wissenschaftliche Energieforschungsinstitut (englisch: Energy Bioscience Institute kurz: EBI) ist eine von der BP unterstützte Einrichtung an der University of California Berkeley. Als strategische Partner wirken mit die University of Illinois, Urbana-Champaign und das Lawrence Berkeley National Laboratory. Hauptziel des EBI ist die Erforschung und Entwicklung von biowissenschaftlichen Verfahren zur Lösung von Energiefragen angefangen von Biokraftstoffen über eine verbesserte Ausbeutung von Ölfeldern bis hin zur CO2-Sequestration.
Biobutanol
Biobutanol ist ein Alkohol, der aus Pflanzen oder auch aus Zucker gewonnen wird. Derzeit erproben BP und DuPont, wie Biobutanol aus Zuckerrohr, Rüben, Mais oder Weizen hergestellt werden kann. Im Vergleich zu Bioethanol senkt Biobutanol den Verbrauch und kann in größeren Mengen dem herkömmlichen Benzin beigemischt werden, ohne dass ein spezieller Motor notwendig ist.
Biodiesel
Landläufiger Begriff für Fettsäuremethylester, der in Deutschland vor allem aus Rapsöl durch chemische Umsetzung mit Methanol erzeugt wird (Rapsölmethylester kurz: RME).
Bioethanol
Als Bioethanol wird Ethylalkohol (Ethanol) aus agrarischer Biomasse bezeichnet, der hauptsächlich als nachwachsender Energieträger und Kraftstoffadditiv verwendet wird.
Biogas (Biomethan)
Biogas ist ein methanhaltiges Gasgemisch, das durch anaerobe Gärung (ausfaulen) von organischen Rest- und Abfallstoffen (z.B. Schlempen, Zuckerfabriksabwässer, Gülle aus Tierhaltungen) bei Temperaturen um 35-55 Grad Celsius gebildet und als Heizgas verwendet wird. Die Biogasgewinnung kennzeichnet eine umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft, weil die organisch belasteten Abwässer z.B. Schlempe bei Bioethanolgewinnung unter gleichzeitiger Energiegewinnung gereinigt werden, ehe sie nach restlicher Klärung in Vorfluter abgeleitet werden. Das gewonnene Biogas kann wesentlich zur Deckung des Energiebedarfes der Bioethanolgewinnung beitragen.
Biokraftstoffe
Biokraftstoffe sind aus Biomasse gewonnene Kraftstoffe wie zum Beispiel Bioethanol, Biodiesel, Biogas, Pflanzenöl. Nach einem EU-Strategiepapier wird zwischen Biokraftstoffen 1. und 2. Generation unterschieden. Als Biokraftstoffe der 2. Generation zum Beispiel Biomass-to-Liquid werden umgangssprachlich Kraftstoffe bezeichnet, die aus allen Bestandteilen einer Pflanze hergestellt werden. Die Unterscheidung zwischen Biokraftstoffen der 1. und 2. Generation ist allerdings unscharf. Auch bei der Herstellung von Bioethanol können die anderen Pflanzenbestandteile energetisch für die Erzeugung von Prozessenergie genutzt werden zum Beispiel als Stärke für die Erzeugung von Prozessenergie. Biokraftstoffe der 2. Generation sind bei einem Verhältnis verwendeter Biomasse und gewonnener Biokraftstoff von 5:1 energetisch aufwendig herzustellen.
Biomass-to-Liquid (BtL-Kraftstoffe)
Biomass-to-Liquid (BtL-Kraftstoff deutsch: Biomasse zu Flüssigkeit) bezeichnet Kraftstoffe, die aus Biomasse synthetisiert werden. Im Gegensatz zu Biodiesel wird BtL-Kraftstoff allgemein aus fester Biomasse (z. B. Brennholz, Stroh, Bioabfall, Tiermehl, Schilf), also aus Zellulose bzw. Hemizellulose, und nicht nur aus Pflanzenöl, also Ölfrüchten, hergestellt. Damit ist der Hektar-Ertrag bedeutend höher.
Biomasse
Biomasse ist das Produkt eines photosynthetischen Prozesses, bei dem grüne Pflanzen mit Hilfe von Sonnenlicht aus Wasser und Kohlendioxid Ausgangsstoffe für Kohlenwasserstoffe erzeugen. Bei einer späteren energetischen Nutzung der Biomasse entsteht aus den Kohlenwasserstoffen wieder die gleiche Menge an Wasser und Kohlendioxid. Die Biomasse–Nutzung ist somit CO2-neutral und beeinflusst nicht den CO2–Haushalt der Atmosphäre.
Bitumen
Produkt aus der Vakuum-Destillation. Es wird hauptsächlich verwendet im Straßenbau; auch für Zwecke des Bautenschutzes und in der Industrie ist Bitumen anwendbar.
Blaubrenner
Ein Ölbrenner, bei dem die Verbrennung des Heizöles mit nichtleuchtender blauer Flamme erfolgt. Dieser Effekt wird dadurch erreicht, dass das Heizöl nach der Hochdruckzerstäubung durch Wärmeeinwirkung vergast wird, bevor die eigentliche Verbrennung durch Luftzufuhr abläuft. Beim Blaubrenner ist die Ölflamme gleich einer Gasflamme. Vorteil: Praktisch keine Rußbildung.
Blauer Engel ®
Der Bundesminister des Inneren und die Umweltminister der Länder haben 1977 dieses Umweltzeichen geschaffen. Es besteht aus dem Umweltemblem der Vereinten Nationen, dem "Blauen Engel". In einer Umschrift wird die Umweltfreundlichkeit des Produktes erklärt (z.B. die des Ölbrenners). Der Ölbrenner wurde aufgrund seiner guten Abgaswerte und seines hohen Wirkungsgrades mit dem "Blauen Engel" ausgezeichnet.
Bleifreies Benzin
(englisch: unleaded petrol, amerikanisch: unleaded gasoline)
Die Einführung von Katalysatoren machte bleifreies Benzin (siehe auch Ottokraftstoff) erforderlich. Seit 1985 bietet die Mineralölindustrie in Abstimmung mit der Bundesregierung und der Automobilindustrie freiwillig bleifreies Benzin an. Seit dem 1. Januar 2000 ist verbleites Benzin europaweit (mit zeitlich begrenzten Ausnahmen für Mittelmeerländer) verboten.
Blending (Blenden)
Das Vermischen oder Verschneiden von Mineralölprodukten zum fertigen Endprodukt.
boe
Abkürzung für barrel oil equivalent. Man rechnet z.B. Erdgasmengen, die üblicherweise in Kubikfuß oder m3 angegeben werden, in boe um, um die Förderung von Öl und Gas in Summe angeben zu können.
Bohrtechnik
Meist als Drehbohrverfahren angewandt. Dieses Verfahren besteht im Wesentlichen darin, dass ein Bohrmeißel oder eine Bohrkrone mittels eines Bohrgestänges in die Erde gedreht wird. Das anfallende Erdreich (Bohrklein) wird mit Hilfe einer Spülflüssigkeit an die Erdoberfläche gebracht.
Bohrungsraster
Unter einem multilateralen Bohrungsraster versteht man eine Bohrung mit einem Hauptbohrloch und mindestens einem technisch abgelenkten Ausleger. Aus beiden Armen kann separat oder dual gefördert werden.
Brenner
Geeignete Apparate zur Verbrennung von gasförmigen und flüssigen, auch staubförmigen Brennstoffen, die dem eigentlichen Kessel vorgeschaltet sind. Es ist die Aufgabe eines Ölbrenners, das in flüssigem Zustand nicht brennbare Heizöl durch Zerstäubung in feinste Tröpfchen so aufzubereiten, dass es zündfähig wird und durch Zuführung von Luft (Sauerstoff) restlos verbrennen kann.
Brennstoffe (englisch: fuel)
Stoffe, aus denen Wärmeenergie gewonnen werden kann. Die drei für Heizzwecke gebräuchlichen Brennstoffe sind:
- Kohle/Koks
- Gas (Erd- und Stadtgas, Flüssiggas)
- Heizöl (leichtes und schweres Heizöl)
Brennstoffzelle
Brennstoffzellen sind im Gegensatz zur Batterie keine Energiespeicher, sondern elektrochemische Energiewandler. Dabei wird elektrischer Strom durch "kalte Verbrennung" erhalten. Als aussichtsreichster Typ für den mobilen Bereich wird die Brennstoffzelle mit Polymer-Elektrolytmembran gesehen. Der wesentliche Vorteil der Brennstoffzelle sind die extrem geringen Schadstoff-Emissionen.
Funktionsprinzip einer Brennstoffzelle:
(Zum Vergrößern anklicken)

Funktionsprinzip einer Brennstoffzelle:
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Brennwert (kurz: Ho)
Maß für die bei der Verbrennung freiwerdende Wärmemenge. Der Brennwert wird angegeben in kWh. Der Brennwert, früher auch oberer Heizwert genannt, ist um die Verdampfungswärme des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfes größer als der Heizwert Hu (früher auch unterer Heizwert).
Brennwertgeräte
Wärmeerzeuger (Kessel und Brenner), durch die Brennstoffe, z.B. Gas oder Heizöl, verbrannt werden und die freiwerdende Wärme bis zum Brennwert genutzt wird (siehe Brennwert), d.h. es wird zusätzlich zum Heizwert (Hu) die Verdampfungswärme des bei der Verbrennung entstehenden Wasserdampfes genutzt.
Brent
Brent ist die Bezeichnung für die in Europa wichtigste Rohölsorte.
Die für Amerika wichtigste Ölsorte ist West Texas Intermediate (WTI).
Die für Amerika wichtigste Ölsorte ist West Texas Intermediate (WTI).
Bundes-Immissionsschutzgesetz
Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge vom 15. März 1974. Durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) sollen "Menschen, Tiere, Pflanzen und Sachen vor Gefahren, erheblichen Nachteilen und Belästigungen geschützt und dem Entstehen schädlicher Umwelteinwirkungen vorgebeugt werden" (§ 1 BImSchG).
Bunkeröl
Als Bunkeröle werden die in der Schifffahrt verwendeten Brennstoffe bezeichnet. Entsprechen schweren Heizölen.
Butan (chemische Formel: C4H10)
Butan ist ein Flüssiggas (siehe auch Flüssiggas, LPG). Es enthält mindestens 95 Massenprozent Butan und Buten, wobei der Butangehalt überwiegen muss. Der Rest kann aus Propan, Propen, Pentan und Penten bestehen.

