BP beziffert Kosten für Unglück im Golf von Mexiko und vermeldet Verkauf weiterer Geschäftsanteile sowie gute operative Leistungen
Die Meldung im englischen Original finden Sie auf www.bp.com.
BP wird die Analysten im Laufe des Tages darüber informieren, dass das Unternehmen plant, in den nächsten 18 Monaten Geschäftsanteile in einem Wert von bis zu 30 Mrd. US-$ zu veräußern. Dabei handelt es sich vornehmlich um Aktivitäten im Upstreamgeschäft, die für einen Verkauf ausgewählt wurden, da sie für andere Unternehmen einen größeren Wert darstellen als für BP selbst. Durch diese Veränderung wird sich das Portfolio im Explorations- und Produktionsbereich (E&P) zwar verkleinern, seine Qualität sich aber erhöhen.
Gleichzeitig arbeitet BP daran, neue Geschäftsaktivitäten zu erschließen und hat dahingehend seit Ende des ersten Quartals den Abschluss neuer Vereinbarungen in Aserbaidschan, Ägypten, China und Indonesien bekannt gegeben.
Das Unternehmen verwies darauf, dass man in Bilanz- und auch in Liquiditätsfragen sehr umsichtig handele, um sicherzustellen, dass BP über die notwendige Flexibilität verfügt, allen zukünftigen finanziellen Verpflichtungen gerecht werden zu können. Daher ist geplant, die Fremdkapitalaufnahme in den nächsten 18 Monaten auf ein Niveau zwischen 10 und 15 Mrd. US-$ zurückzufahren, verglichen mit 23 Mrd. US-$ Ende Juni. Die Investitionen der BP Gruppe werden 2010 und 2011 jeweils ca. 18 Mrd. US-$ betragen und sich damit im Rahmen der Vorgaben bewegen.
Bei Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal 2010 informierte BP darüber, dass das Vorsteuer-Ergebnis durch die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko mit 32,2 Mrd. US-$ belastet wird. Dazu gehören die bis zum Quartalsende für die Ölbekämpfung aufgewendeten 2,9 Mrd. US-$ sowie 29,3 Mrd. US-$ für zukünftige Kosten, einschließlich des Fonds für Schadenersatzzahlungen in Höhe von 20 Mrd. US-$.
"Wir gehen davon aus, dass wir den weitaus größten Teil der verbleibenden Kosten für die Ölbekämpfung bis zum Jahresende bezahlen werden. Die übrigen Kosten fallen wahrscheinlich über einen Zeitraum von einigen Jahren an, dazu gehören mögliche Geldbußen und Strafzahlungen, die Kosten der längerfristigen Schadenbeseitigung, Schadenersatzzahlungen und Kosten für Rechtsstreitigkeiten", erklärte Tony Hayward.
Das Unternehmen veröffentlichte diese Belastung, als es für das zweite Quartal 2010 einen Verlust (Headline Replacement Cost Loss) in Höhe von 17 Mrd. US-$ bekannt gab. Bereinigt um nicht-operative Faktoren und Fair Value-Effekte, belief sich das Ergebnis (Underlying Replacement Cost Profit) im zweiten Quartal auf 5 Mrd. US-$, verglichen mit 2,9 Mrd. US-$ im zweiten Quartal 2009.
"Die Kosten und Belastungen in Zusammenhang mit unserer Zusage zur Schadenbeseitigung im Golf von Mexiko haben einen beträchtlichen Umfang. Der gemeldete Verlust von 17 Mrd. US-$ spiegelt dies wider.
Bei R&M geht das Unternehmen weiterhin davon aus, in den nächsten zwei bis drei Jahren eine auf das Gesamtjahr bezogene Verbesserung des Vorsteuer-Ergebnisses von über 2 Mrd. US-$ erreichen zu können. Das Downstream-Ergebnis im zweiten Quartal 2010 stellt das beste Ergebnis seit dem zweiten Quartal 2006 dar, als die Raffineriemargen mehr als doppelt so hoch waren wie jetzt und gleichzeitig konnte das R&M-Geschäft in den USA erstmals seit mehr als einem Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren.
Das Unternehmen veröffentlichte zudem nähere Einzelheiten seiner starken Finanzposition im Hinblick auf die Verpflichtungen aus dem Golf von Mexiko. Ohne diese Kosten lag der operative Cash Flow im zweiten Quartal 2010 bei 8,9 Mrd. US-$ und war somit 31% höher als im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Dank des gestiegenen operativen Cash Flows konnte die BP Gruppe – trotz der Zahlungen zur Ölbekämpfung im Golf von Mexiko – ihre Nettoverschuldung in den ersten sechs Monaten des Jahres um 2,9 Mrd. US-$ zurückfahren. Darüber hinaus hat das Unternehmen erhebliche zusätzliche Kreditzusagen von Finanzinstituten erhalten, auf die bis jetzt noch nicht zurückgegriffen wurde; der Barmittelabfluss ist 2010 durch niedrigere Investitionsaufwendungen und das bereits bekannt gegebene Aussetzen von Dividendenzahlungen reduziert worden.


