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Fehleinschätzung der Ölreserven kann teuer werden

Datum der Veröffentlichung: 12. November 2003
BP Chefvolkswirt warnt vor ineffizienten Investments – Fehler der 80er Jahre nicht wiederholen

Der Chefvolkswirt der BP, Prof. Peter Davies*, warnt eindringlich vor einer falschen Einschätzung der Ölvorräte. Manche Fachleute gingen irrtümlich, von der Annahme aus, so Davies, es werde in naher Zukunft zu einem Rückgang der Ölproduktion und des Verbrauchs kommen. Diese Annahme könne kurzfristig zu ökonomisch ineffizienten Investitionen in Ölexploration und -produktion verleiten. "Die Milliarden von Dollars, die in den achtziger Jahren in Öl-Schiefer investiert wurden, sollten uns ein warnendes Beispiel sein!" sagte Davies bei einem Vortrag in Berlin. "Es gibt derzeit keine Anzeichen für eine generelle Verminderung der Ölreserven oder einen bevorstehenden Rückgang der Ölproduktion."

Davies plädierte für einen vorsichtigen Umgang mit dem Zahlenmaterial. Zur Einschätzung der Ölreserven dürfe man nicht nur einen einzigen Indikator zugrunde legen. Es müssten Datenprobleme, Nachfragesituation, Ölqualitäten u.v.m. in die Beurteilung aufgenommen werden.

So sieht Davies derzeitig eine Zunahme der nachgewiesenen, weltweiten Reserven bei einer gleichzeitig weltweit schwachen Nachfrage nach Öl. Dies ist bedingt durch die in einer Rezession befindlichen Weltwirtschaft und nicht zuletzt durch die negativen Auswirkungen des 11. September auf den Luftverkehr. Allein die Vorräte aus den jetzt offiziell für "entdeckt" erklärten Ölfeldern reichen noch für 40 Jahre.

In den nächsten fünf Jahren rechnet Davies mit einer schwunghaften Ölproduktion durch die Erschließung von Ölvorkommen in Russland, dem Kaspischen Meer, Kanada, dem Golf von Mexiko, Westafrika und Brasilien. Darüber hinaus wird jedoch in der Zukunft bei weitem mehr entdeckt werden, abhängig vom technischen Fortschritt und der weltweiten Nachfrage nach Öl. Peter Davies verweist auch darauf, dass manche Berechnungen nicht die Faktoren der Nachfrage nach Erdöl und die Verbesserungen in den technischen Fördermöglichkeiten berücksichtigen. "Vorkommen, die heute aufgrund der technischen Gegebenheiten nicht oder nur unzureichend erschlossen werden können, sind künftig bei den Berechnungen mit einzubeziehen."

*Seit dem 1. September 2007 ist Christof Rühl neuer Chefökonom der BP Group.

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Deutsche BP AG
Bereich Presse & Externe Kommunikation
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